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Verfahrenskostenhilfe Überblick

Eine Scheidung mit Auslandsbezug verursacht vor allem Kosten wie zum Beispiel hohe Gerichtskosten oder Anwaltskosten. Dazu kommt das Scheidungsverfahren was sich auch langer ziehen kann, sodass die Kosten zusätzlich steigen. Bürger mit Wohnsitz in Deutschland, die über ein geringes Einkommen verfügen sind in so einem Fall auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Niemand ist gezwungen verheiratet zu bleiben, deshalb bietet der Staat verschiedene finanzielle Hilfestellungen an. Sie haben nur einen Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe, wenn Sie hohe Verbindlichkeiten, oder über ein geringes Einkommen verfügen.

  • Ehegatten mit geringem Einkommen, oder hohen Schulden können Verfahrenskostenhilfe beantragen
  • Wird der Antrag vom Staat genehmigt brauchen Sie keine Prozesskosten zu zahlen
  • Je nachdem wie hoch Ihr Einkommen ist hängt davon ab, ob der Staat für Sie die Anwaltskosten übernimmt, oder Sie die Kosten in Raten zurückzahlen können.
  • Das Scheidungsverfahren ist für Sie komplett kostenlos wenn Sie Sozialhilfe oder Hartz IV (ALG II) beziehen
  • Um die Verfahrenskostenhilfe zu beantragen müssen Sie ein Formular ausfüllen

Haben Sie einen Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe?

In über 70% aller Scheidungsfälle hat immer ein Ehegatte eine Chance auf Verfahrenskostenhilfe. Wir raten Ihnen auf eine Prüfung der eigenen Anspruchsberechtigung. Bei vielen Rechtsschutzversicherungen werden die Kosten für eine Scheidung nicht übernommen, deshalb wird am häufigsten die Verfahrenskostenhilfe bei Scheidungen in Anspruch genommen. Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung abgeschlossen haben, gehen Sie in den meisten Fällen davon aus, dass eine Übernahme der Scheidungskosten nicht in Betracht kommt.

Bedürftigkeit

Die Verfahrenskostenhilfe dient nicht nur Personen mit einem geringen Einkommen, sondern auch Personen die zwar gut verdienen jedoch mit hohen Verbindlichkeiten belastet sind wie zum Beispiel einer Tilgung der Raten für eine Eigentumswohnung und nicht über ausreichend finanziellen Mittel verfügen, um für die Scheidungskosten aufzukommen.

Wie ist hoch der Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe?

Die Verfahrenskostenhilfe umfasst den Anteil der Gerichtskosten und den der Anwaltskosten. Die Höhe des Anspruchs variiert unterschiedlich nach Maß der Bedürftigkeit und dem eingesetzten Einkommen. Der Staat deckt die vollständigen Kosten sofern das ermittelte Einkommen weniger als 15 Euro monatlich beträgt. Wenn das Einkommen oberhalb der Grenze von 15 Euro monatlich liegt, dann besteht die Möglichkeit einer zinsfreien Ratenzahlung. Die Höhe der monatlichen Raten ist festgelegt und darf sich maximal auf einen Zeitraum von 48 Monaten erstrecken. Eine Einmalzahlung, sowie eine Anhebung der Raten sind dann möglich, wenn sich Ihre finanzielle Lage in den nächsten vier Jahren bessert.

Hat die Verfahrenskostenhilfe also nur Vorteile?

Wo Licht ist, ist auch immer etwas Schatten. Bei der Verfahrenskostenhilfe gibt es drei Dinge zu beachten.

  • Zusammen mit dem Antrag auf Verfahrenskostenhilfe müssen Belege, wie z.B. Kontoauszüge, Gehaltsabrechnungen, Mietvertrag, etc. gesammelt, kopiert und eingereicht werden.
  • Da der Antrag zuerst geprüft werden muss, kann sich das eigentliche Verfahren um mehrere Tage (bis hin zu 4-6 Wochen, je nach Auslastung der zuständigen Stelle) verzögern, da zuerst über den Antrag auf Verfahrenskostenhilfe entschieden wird.
  • Zuletzt steht die/der Antragsteller(in) für vier Jahre unter „Beobachtung”: sollten sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse ändern (z.B. Gehaltserhöhung um mehr als 100,– Euro, Lottogewinn, Erbschaft, o.ä.), so ist dies beim zuständigen Amtsgericht zu melden, sodass über eine mögliche Rückzahlung der Verfahrenskostenhilfe (bzw. die Ratenhöhe bei der Rückzahlung) erneut entschieden werden kann.