Deutsch-chinesische Scheidung

Zuständigkeit für die Scheidung in China

Statistik

Frauen
676.888.783
Männer
711.410.110

Im Jahr 2011 ließen sich mehr als 30% der Ehepaare in China scheiden. Begründen lässt sich die hohe und steigende Scheidungsrate durch das moderne Leben, gepaart mit einem ausgeprägten Egoismus der Ehepaare untereinander. Aufgrund dessen wurden die Verwaltungsprozeduren für Hochzeiten und Scheidungen in China auch einfacher gestaltet.

Scheidungsvoraussetzungen:

Wollen beide Ehepartner einvernehmlich die Scheidung, wird Scheidung gewährt. Eine Trennungszeit muss nicht eingehalten werden. Beide Seiten haben persönlich zur Registerbehörde zu kommen und die Scheidung zu beantragen. Wenn die Registerbehörde klargestellt hat, dass beide Seiten dies wirklich freiwillig tun, und dass die Fragen der Kinder und des Vermögens angemessen geregelt worden sind, stellen sie die Scheidungsurkunde aus. Wenn nur ein Ehepartner die Scheidung fordert, kann bei den betroffenen Stellen eine Schlichtung durchgeführt oder direkt beim Volksgericht Scheidungsklage erhoben werden.

Das Volksgericht muss bei der Behandlung von Scheidungsfällen eine Schlichtung durchführen; wenn die Ehe tatsächlich zerrüttet und die Schlichtung erfolglos ist, muss es die Scheidung gewähren. Eine Zerrüttung liegt z.B. dann vor, wenn einer der Gatten mit jemand anders zusammenlebt. Auch wenn die Ehegatten zwei Jahre getrennt gelebt haben, gilt die Ehe als zerrüttet.

Besonderheit in China:

Während einer Schwangerschaft der Frau und innerhalb eines Jahres ab der Geburt bzw. eines halben Jahres ab einem Schwangerschaftsabbruch darf der Mann nicht die Scheidung verlangen. Dies gilt nicht, wenn die Frau die Scheidung will, oder das Volksgericht der Ansicht ist, dass es wirklich erforderlich ist, das Scheidungsverlangen des Mannes anzunehmen.

Finanzielle Unterstützung:

Das gemeinsame Vermögen der Ehegatten wird bei der Scheidung durch Vereinbarung beider Seiten geregelt; kommt keine Vereinbarung zustande, so entscheidet das Volksgericht nach den konkreten Umständen des Vermögens und nach dem Grundsatz besonderer Berücksichtigung der Rechtsinteressen von Kind und Frau durch Urteil. Wenn sich einer der Ehegatten um die Familie besonders bemüht hat, z.B. die Kinder erzog oder die Eltern pflegte, muss der andere Ehegatte bei der Scheidung auf Verlangen einen Ausgleich gewähren.

Ist bei der Scheidung ein Ehegatte in Existenzschwierigkeiten, so muss der andere ihm aus seiner Wohnung und anderem persönlichem Einzelvermögen eine angemessene Hilfe leisten. Wie das konkret geschieht, wird von den Ehegatten vereinbart; kommt keine Vereinbarung zustande, so entscheidet das Volksgericht durch Urteil.

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